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POEL statt Diesel - wie geht das?
Lohnt sich das?

POEL (PÖL) steht für Pflanzenöl. Generell kann jedes Diesel-Fahrzeug das mit Biodiesel betankt werden kann auch mit einer Beimischung bis zu 30 % mit Pflanzenöl gefahren werden. Bei reinem Pflanzenöl-Betrieb ist eine entsprechendes Umrüstung erforderlich. Es werden Vorwärmungsyteme und Systeme zur Filterung des POEL (PÖL) einbaut. Notwendig sind auch Veränderungen an den Kraftstoffleitungen, elektronischer Steuerung und des Einspritzsystems. Bei der Umrüstung kann zwischen einer 1-Tank und einer 2-Tank Lösung gewählt werden.

Diesel contra POEL (PÖL), ein Vergleich

Der Siedepunkt der Dieselkraftstoffe (Diesel oder Biodiesel) liegt etwa zwischen 160-200 Grad Celsius. PÖL dagegen beginnt erst bei 300 Grad Celsius zu sieden. Entsprechend verhält sich der Flammpunkt im Vergleich (Diesel: 55 Grad Celsius und Pflanzenöl: 220 Grad Celsius). Diesel hat einen Energiegehalt von 9,8 kw/h je Liter. Im Unterschied hat Pflanzenöl einen Energiegehalt von 9,2 kw/h pro Liter.

Diesel ist...

· überall verfügbar durch ein dichtes Tankstellennetz im In- und Ausland

· gleichbleibende und genormte Qualität

· seit Jahrzehnten in der Motortechnik bewährt

· Gewährleistung der Motorenhersteller gesichert beim Einsatz von Dieselkraftstoff

· fossiler Kraftstoff, daher nur begrenzte Ressourcen verfügbar

· umweltgefährdend: trägt zum Treibhauseffekt bei, kann Boden- und Grundwasser verschmutzen

· Abhängigkeit von Rohölimporten aus politisch instabilen Ländern

· stetig schwankender Preis, nicht kalkulierbar

POEL (PÖL) ist...


· für diejenigen deren Fahrzeuge CO2 neutral fahren, nachwachsender Rohstoff- ermöglicht geschlossene Kreisläufe

· als nicht wassergefährdender Stoff (Klasse 0) eingestuft

· biologisch schnell abbaubar, ungiftig

· Motorleistung bleibt erhalten und ein gleichhoher Verbrauch im Vergleich zu Dieselkraftstoff

· ruhigerer Motorlauf als bei Dieselkraftstoff

· Kraftstoff nach DIN 51605 genormt

· steuerbefreit bei Fahrzeugen in der Landwirtschaft, Energiewirtschaft und Fahrzeugen des ÖPNV

· Wartungsintervalle können sich verkürzen, da Pflanzenöleintrag ins Motoröl möglich ist

· Dieselmotor muss dem Kraftstoff durch Installationsmaßnahmen angepasst werden

Technische Probleme mit dem POEL als Kraftstoff

· höhere Viskosität, d.h. trotz vorwärmen des Kraftstoffes bleibt diese zäher – belastet das Kraftstoffsystem wesentlich mehr. Kann zu teuren Motorschäden führen. Die schlechtere Filtrierbarkeit durch die höhere Viskosität von Pflanzenöl steht hier auch im unmittelbaren Zusammenhang.

· höherer Flammpunkt, d.h. die Selbstentzündung erfolgt zögerlicher und später. Verändertes Verbrennverhalten.

· Höherer Siedepunkt. Der Kraftstoff, der ins Motoröl gelangt kann nicht verdampfen, bleibt im Motoröl. Es entsteht eine Motorölverdünnung.

· Keine Frostsicherheit: Es beginnt bereits ab 0 Grad Celsius auszuflocken

· Gasadsorption

Kavitation

Durch Kavitation können Schäden im Einspritzsystem entstehen. Bei Flüssigkeiten, die sehr schnell durch Leitungen, Rohre, Gehäuse, etc. strömen, können in Verengungen oder Biegungen Unterdruckbereiche entstehen, in denen sich Gasblasen bilden. Kommt die Flüssigkeit mit der Gasblase (Dampfblase) danach wieder in einen Bereich mit Überdruck, so implodiert die Dampfblase. In der Nähe einer Wand kann die hohe örtliche Energiedichte mit der Zeit zu einem Abtrag von Material an der Oberfläche der Wand führen (Errosionseffekt).

Gasadsorption- Gase im Pflanzenöl

Öle neigen sehr viel stärker, als Dieselkraftstoff dazu, Gase zu adsorbieren. Dies führt zu Kavitationsschäden (Schäden, die durch Bildung kleiner Gasblasen im Treibstoff entstehen) an den sich schnell bewegenden Teilen der Einspritzanlage. Des Weiteren verleiht es dem Kraftstoff eine gewisse Kompressibilität, die zum einen zu einer Verzögerung des Einspritzvorganges führt und andererseits zu einer schwingungsfähigen Kraftstoffsäule in der Nähe der Düsennadel führen kann, wodurch die Düsennadel und Düse zerstört werden können.

Die Umrüstung auf Pflanzenöl-Betrieb

2-Tank Zusätzlich zur herkömmlichen Versorgung wird eine zweite Versorgung inkl. Tank installiert. Das Öl wird durch einen kühlwasserbetriebenen Wärmetauscher erwärmt, somit die Viskosität verbessert. Gelangt über einen Kraftstoffvorfilter und den Kraftstoffsteuerungsventilen zur Einspritzpumpe. Für Kaltstart, Schwachlast und Abstellen ist der Dieselbetrieb erforderlich. Kosten 3.500 bis 5.000 €

Fazit:

Das Fahren mit Öl als Kraftstoff können wir aus verschiedenen Gründen nicht empfehlen.

· Die o.g. Gründe führen zu einem hohen Verschleiß des Motor. Vorzeitiges, sehr Versagen des Motors

· Geringes Tankstellennetz

· Der Umbau ist kostenintensiv und amortisiert sich erst in einem großen Zeitraum

· ==> Es lohnt sich nicht!


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