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Better Place: das E-Tankstellenprojekt

Das Better Place Projekt: Öl wird überflüssig, getankt wird per Stromkabel: Shai Agassi, der ehemalige SAP-Vorstand hinterfragt die Abhängigkeit vom Öl indem er die Infrastruktur für Elektroautos testet. In seiner Heimat Israel will er mit 500.000 Ladestationen für Elektromobile überziehen - gelingt das Projekt, ist man einen Riesenschritt in Richtung Elektromobilität weitergekommen. Die internationale Expansion soll folgen.

Bereits zum Jahresende 2006 bat der damalige Vorstand des Softwarekonzerns SAP Israels Premierminister Ehud Olmert um Unterstützung für seine revolutionäre Idee. Diese könnte, da ist er sich sicher, den größten Umbruch im heutigen Kapitalismus auslösen, dazu Israels Energieprobleme beseitigen und Frieden in dieser Krisenregion im Mittleren Osten schaffen.

Das kalifornische Start-up Unternehmen Better Place hat in der japanischen Millionenmetropole Yokohama zum ersten Mal eine seiner vollautomatischen Batteriewechselstationen für Elektroautos gezeigt. In 60 Sekunden wechselt die automatische Station die Batterie eines dafür gerüsteten Elektroautos. Mit dem System soll die Batterien statt geladen ausgetauscht werden und somit die Ladezeit für Elektroautos minimiert werden. Die Batterie wird vom Autofahrer lediglich geleast. Sidney Goodman, als Vizepräsident von Better Place zuständig für das Gewinnen der Autoindustrie für diese Idee, strotzt vor Stolz. „Die Hersteller standen der Technik skeptisch gegenüber“, kann er sich erinnern, „das kann nicht gehen, haben sie gesagt. Jetzt haben wir ihnen gezeigt, dass es geht.“ Zudem ist eine Batteriewechselstelle inklusive Schnellladestationen für Stromer, denen die Hersteller keine wechselbare Batterie spendiert haben, mit einem Kapitalaufwand von 500.000 US-Dollar nur 25 - 50 % so teuer wie eine herkömmliche Sprit-Tankstelle.

Shai Agassi will auch aus Deutschland einen Better Place machen


Der Elektroautoprovider Better Place diskutiert mit Unternehmen und Politikern über einen Einstieg in Deutschland. Der Start könnte noch im Jahr 2009 sein. Das US-Unternehmen unterstützt von Google will im Oktober 2009 in Kalifornien einen elektrischen Kleinwagen auf den Markt bringen.

Agassis Plan: Das Projekt Better Place

Agassi will Israel mit einem E-Tankstellennetz von 500.000 Ladestationen überziehen und dadurch dem Elektroauto zum Durchbruch verhelfen. Öl soll als Energiequelle weitgehend ersetzt werden, getankt wird fortan per Stromkabel. Mit der Mobilfunkbranche vergleichbar zahlen die Leute dafür eine Art Abogebühr. Und das Gerät gibt es umsonst dazu.

Die Idee erschien auch dem Premier reichlich suspekt. Und so reagierte er sehr zurückhaltend. Falls Agassi die Geldgeber und auch andere notwendige Kooperationspartner organisiere, würde die israelische Regierung das Projekt unterstützen, so das Versprechen.

Zwölf Monate und etliche Meetings später präsentiert Agassi das Ergebnis. Tatsächlich hat 200 Mio. Dollar für sein Unternehmen vielversprechenden Namen Project Better Place mobilisiert. Es ist einer der größten Startkapitalfonds überhaupt. Als Aufsichtsratsvorsitzenden und größter Geldgeber gewann er den israelischen Groß-Industriellen Idan Ofer von der Israel Corporation. Andere Invesoren sind die US-Bank Morgan Stanley, Ex-Weltbank-Präsident James Wolfensohn und Medienzar Edgar Bronfman Sr. Carlos Ghosn, Vorstandschef des weltweit viertgrößten Automobilherstellers Renault-Nissan, will die benötigten Elektroautos beischaffen. Beim deutschen IT-Riesen SAP galt er lange als Nachfolger von Vorstandschef Henning Kagermann,

Der 39-jährige aus Israel stammende Manager hat lange in der Softwarebranche gearbeitet. Er hat mehrere Firmen, darunter Quicksoft Media und TopTier Software gegründete. Eine davon wurde vom SAP übernommen, wo er von 2002 bis 2007 die interne Products & Technology Group leitet. Er galt lange Zeit als Nachfolger in spe von Vorstandschef Henning Kagermann. Als dessen Vertrag verlängert wurde, gründete Agassi das Project Better Place und schmiss den SAP-Job hin. Im Silicon Valley kennt er alle wichtigen Player. Auch wenn es sehr utopisch klingt, so einem hört man zu, wenn er sagt, dass er das Ölmonopol aufbrechen kann und dazu hohe Gewinne verspricht. Nur der europäische Markt für Sprit hat ein gerechnetes Volumen von 500 Milliarden Euro pro Jahr. Nur ein kleiner Bruchteil davon wäre ein satter Gewinn.

Bis heute gibt es noch keine in Großserie gefertigten Elektroautos - diesen Part sollte der Autoriese Renault-Nissan übernehmen. Dessen Chef Carlos Ghosn will bis 2011 genug Fahrzeuge für dieses Projekt liefern. Experten bewerten dies für ein sehr ehrgeiziges Ziel: Wettbewerber wie GM haben zuletzt ihre Starttermine für eine Serienproduktion ab 2010 zurückgezogen. Das größte Problem sind vor allem die Akkus.

Better Place stellt auf der IAA in Frankfurt die nach Eigenangaben nächste zentrale Komponente zur Lösung der Infrastruktur zum globalen Betrieb von Elektrofahrzeugen vor, das Project Better Place Die zum ersten Mal vorgestellte Service-Plattform erleichtert den Fahrern von Elektroautos den Umgang mit ihrem Fahrzeug und hilft, die Kosten gegenüber einem Auto mit Verbrennungsmotor zu senken. Mit diesem Ergebnis startet eine neue Ära für den großflächigen Einsatz von Elektrofahrzeugen.

Mit dem steigenden Angebot von Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur entsprechend auszubauen. Better Place hat mit Intel, Microsoft und TÜV Rheinland zusätzliche Systempartner gewonnen, um die weltweiten Produktionskapazitäten zu vergrößern und den Ausbau der Infrastruktur voranzutreiben.

Navigation und mehr: AutOS

Better Place stellt Autosoftware AutOS vor

Die Software überwacht Fahrweise und Batteriestatus und vieles mehr...

Better-Place-Gründer Shai Agassi hat auf der IAA 2009 in Frankfurt seine Managementsoftware für Elektrofahrzeuge gezeigt. AutOS soll es heißen, das System das den Fahrer den Ladestatus des Akkus anzeigt und ihn zur nächsten Ladestation dirigiert. Die menügesteuerte Oberfläche gleicht AutOS einem herkömmlichen Navigationssystem. Allerdings kann es viel mehr: Das System überwacht den Akkus-Ladestatus und zeigt dem Fahrer, wie weit er bei seiner gegenwärtigen Fahrweise noch kommt.

Israels Straßenverkehr wird elektrifiziert

Das Unternehmen Better Place hat die ersten Ladestationen in ganz Israel aufgestellt. Fahrer von elektrisch betriebenen Autos können nun auf öffentlichen Parkplätzen in mehreren Städten Strom aufladen. Die Ladesäulen sind nach internationalen Vorgaben gestaltet, so dass sie flexibel weltweit eingesetzt werden können. Better Place Israel , präsentierte die erste Ladestation auf einem Kinoparkplatz in einem Vorort von der Metropole Tel Aviv. Zusätzliche Ladesäulen wurden in Haifa, in Kefar Sava, Holon und der Hauptstadt Jerusalem aufgestellt.

Elektroauto-Provider startet Großprojekt in Kalifornien

Wird Better Place von Shai Agassi die Tankstellenkette der Zukunft? Um die Gegend um San Francisco und das Silicon Valley emissionsfrei zu machen, will Better Place bis 2012 mehr als 250.000 Lade- bzw. Batterietauschstationen für Elektroautos errichten.


Das Clean Vehicle Portal hat zum Ziel, die Nachfrage nach Fahrzeugen mit geringem Energieverbrauch, CO2- und Schadstoffausstoß zu fördern und den Herstellern Anreize zu bieten, um in die Entwicklung von solchen Fahrzeugen zu investieren.

Der Rechner auf dem Clean Vehicle Portal berechnet die lebenslangen Betriebskosten eines Fahrzeugs gemäß der Richtline zur Förderung sauberer und energieeffizienter Fahrzeuge.

Das Clean Vehicle Portal wird unterstützt von der Europäischen Kommission und TÜV Nord.



CNOOC
: Chinas Akkutausch-Stationen


Ölkonzern in China erwägt Einstieg in Elektromobilität Ölkonzerne der Welt suchen nach neuen Geschäftsfeldern. CNOOC Ltd., eines der größten chinesischen Ölgiganten, möchte künftig die benötigte Energie für elektrisch-betriebene Autos liefern: Es plant den Aufbau eines Netzes von Akku-Wechselstationen Der chinesische Mineralölkonzern China National Offshore Oil Corporation beabsichtigt den Einstieg in die Elektromobilität. Das Unternehmen will eine Infrastruktur von Stationen einrichten, an denen die Batterien von Elektroautos ausgetauscht werden können, berichtet das Wall Street Journal.

Wie Silicon Valley das Auto neu erfindet

Das bemerkenswerte Aufgebot an Top-Partnern überzeugte sogar den zurückhaltenden Olmert sowie Israels Präsident Shimon Peres. Sie boxten Gesetzesveränderungen durch das Parlament, u.a. auch etliche Steuererleichterungen für Elektroautos. Zusätzlich wurden alle israelischen Ministerien angewiesen, das Projekt zu unterstützen. Zudem will die Regierung zur Stromproduktion zwei große Solarkraftwerke in der Wüste bauen. Öl ist das größte Konflikt aller Zeiten. Öl ist zudem der große Umweltverschmutzer und der Anlass für den Terror der Welt. Wir sollten diese Anhänglichkeit endlich loswerden. Bis 2011 wird Israels Elektroauto-Netz fertig sein.

Der ewige Flop

Die Geschichte jedenfalls ist leider nicht auf der Seite Agassis: Von Ferdinand Porsches Elektroauto aus dem Jahr 1899 bishin zu General Motors EV1 von 1996 - die History des Elektromobils ist eine Reihe von Reinfällen. Technisch kann es der Batterieantrieb noch nicht mit dem Verbrennungsmotor aufnehmen. So gelten die bisher verwendeten Energiespeicher als entweder leistungsschwach oder feuergefährlich.


Fazit: Tomi Engel, der Elektroauto-Experte der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), hält allem Widerspruch dagegen, die Akkus würden ständig besser. Das Problem ist nicht mehr die Technik sondern das aktuelle Problem ist: es gibt bisher kein tragfähiges Geschäftsmodell. Ohne die passende Infrastruktur von Ladestationen seien Elektroautos für Konsumenten ungeeignet. Die Autohersteller interessieren sich aber nicht für die Realisierung eines solchen Netzes. Das kann man ein klassisches Henne-Ei-Problem nennen. Agassis Ansatz hält er hingegen für einzigartig, weil hier alles komplett gebündelt wird.

Das Projekt Better Place will hingegen den Interessenten die Autos mit einem Strom- und Batterieabo verkaufen. Den Wagen gibt es umsonst bzw. zu einem wesentlich reduzierteren Preis, dafür unterschreibt der Kunde einen Vertrag über Jahre hinweg. An den Ladestationen kann er seinen Batterie aufladen, die Kennung des Fahrzeugs und die Abrechnung erfolgen per Software. Das ist im Prinzip wie man es vom Handy schon kennt. Wenn dieses vielversprechende Konzept aufgeht, darf sich Agassi in einigen Jahren mit Sicherheit als Pionier des Elektroauto-Zeitalters feiern lassen. Wenn nicht, kann er sich zu den gescheiterten Visionären gesellen.

Die Unterstützung des Projekts durch die Regierung ist der springende Punkt für die Akzeptanz. Technische und finanzielle Fragen sind zweitrangig. Die werden dafür sorgen, dass der funktionierender Markt entsteht. An Optimismus zumindest fehlt es Agassi nicht. Israel ist nur der Anfang, man werde das Geschäftsmodell auf mehrere Länder ausbreiten. Selbst ein großer Klotz wie Deutschland schreckt den Öko-Vorreiter nicht. Da gebe es schließlich viele Autohersteller, einer davon werde mitziehen. Und da es mit RWE und E.on nur zwei Energiekonzerne gebe, sei das mit dem Stromnetz auch ziemlich einfach. Die künftigen gesetzlichen Rahmenbedingungen müsste jetzt nur noch die Regierung in Berlin schaffen. Und diese Artikel zum Thema Elektromotor könnten Sie zudem interessieren:

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