Biodiesel der zweiten Generation - Kraftstoffe aus der ganzen Pflanze
Die künftige Mobilität basiert auf erneuerbaren synthetischen Kraftstoffen insbesondere Biodiesel.
Synthetische Biokraftstoffe, auch BTL-Kraftstoffe (Biomass to Liquids) genannt, sind weitestgehend CO2-neutral und tragen daher in besonderem Maße zum Umwelt- und Klimaschutz bei.
BtL (Biomass to Liquids):
· besitzt eine hohe Cetanzahl, d.h. deutlich besseres Zündverhalten als herkömmlicher Diesel
· ist aromaten- und schwefelfrei, d.h. führt zu einer Reduzierung der Schadstoffemission
· kann ohne Anpassung der Infrastruktur und Umrüstung der Antriebssysteme getankt werden
· ist weitestgehend CO2-neutral
Aus heutiger Sicht der großen Automobilhersteller ist BTL, wie Biodiesel, ein umsetzbarer Kraftstoff und somit eine schnellere Chance für die Zukunft. Man setzt immer mehr auf erneuerbare synthetische Kraftstoffe. Heute sind solche BtL-Kraftstoffe noch in der Entwicklung, sich die Kraftstoffe der zweiten Generation. Sie dienen lediglich der Beimischung zum normalen Sprit.
Im Gegensatz zu Biokraftstoffen der erste Generation
(nutzt nur besonders öl- oder stärkehaltige Pflanzenteile),
kann man heute mehr: Die zweite Generation von Biodiesel wird aus der ganze Pflanze gewonnen.
Sogar Stroh, Restholz, Gülle - alles Formen von Biomasse - könnten mit neuster
Technologien einmal zu Sprit umgewandelt werden. Wenn organische Reste(quasi Abfälle) eingesetzt werden, fallen keine Treibhausgase durch den Anbau und die Erschließung von Ackerflächen an. Die zu erwartende CO2-Bilanz
fällt dementsprechend besser aus. Die Verwertung von zusätzlichen Pflanzenresten würde auch der Lebensmittelproduktion weniger Konkurrenz machen.
Der Ertrag durch Biodiesel er nächsten Generation könnte zudem deutlich steigen, wenn schnell wachsende Energiepflanzen wie Miscanthus oder Jatropha statt Raps, Mais und Co.
angebaut würden. Diese Energiepflanzen beanspruchen zwar auch wertvolle Ackerfläche, aber sie gedeihen auch auf unfruchtbaren Böden und können - theoretisch - dort angepflanzt werden,
wo keine Nahrungspflanzen wachsen können.
Einschätzungen gehen davon aus, dass auf einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche umgerechnet etwa 4.000 Liter BtL-Kraftstoffe erzeugt werden können. Damit könnte sich in Zukunft etwa 20-25 % des gesamten Kraftstoffbedarfs in Deutschland abgedekt werden - für Europa werden die Potenziale noch wesentlich höher angesetzt. Damit können BtL-Kraftstoffe ganz erheblich zur Substitution von fossilen Kraftstoffen beitragen.
Was bleibt ist der hohe Energieverbrauch bei der Herstellung und das nicht optimale Verfahren. Wenn die Biomasse einfach verheizt und dadurch Ökostrom statt Biosprit produziert würde, könnte ein Vielfaches mehr Energie gewonnen werden. Auch die CO2-Bilanz würde deutlich verbessert.
Heute noch sind sythetische Kraftstoffe noch Zukunftsmusik. Damit sie einmal in bedeutender Menge hergestellt werden können, müssen sie zunächst wirtschaftlicher produziert werden.
Noch ist die Umsetzung zu teuer und wird wohl in kürze zum Herkömmlichen nicht konkurrenzfähig sein.
Biotrol, SunFuel, SunDiesel & Co.
SunFuel und SunDiesel sind eingetragene Marken von Volkswagen. DaimlerChrysler forscht unter dem Namen Biotrol. Hersteller dieser synthetischer Kraftstoffe ist die deutsche Firma Choren Industries. SunDiesel ist ein Biodiesel, eine klare, ölige Flüssigkeit und frei von Schwefel und Aromaten. Sie ist wesentlich schadstoffärmer als vergleichbare Kraftstoffe (35-55 %) und kann dann auch unter geringerem Ausstoß von Schadstoffen verbrennen. Im Vergleich zu herkömmlichem Diesel haben diese Kraftstoffe eine viel geringere Anzahl an verschiedenen im Gemisch enthaltenen Stoffen aus. Diesel hat rund 400 chemische Stoffe, SunDiesel nur etwa 10 Bestandteile.
Der Vorteil ist: Die Verbrennung kann bei 10 Bestandteilen schneller und besser optimiert werden. Durch richtige Spezifikation entweder des Kraftstoffs (z. B. durch Anpassung der Dichte) oder auch des Motors lässt sich eine „exaktere“ Verbrennung erzielen und steuern. Das macht sich dann auf die Emissionenmenge von Ruß, Kohlenmonoxid und auch Stickoxiden bemerkbar. Ein weiterer Vorteil ist die Cetanzahl von über 70 (Maß für die Zündwilligkeit; das EU-Mindestmaß beträgt heute 49). Das sorgt zusätzlich für eine optimalere Verbrennung.
Fazit:
Auch in dieser Entwicklung, der Entwicklung von Biodiesel haben wir noch eine weite Wegstrecke hinter uns zu bringen. Was letztendlich der überdimensionale Anbau von Ölpflanzen für die Produktion von synthetischen Kraftstoffen für die Welt und für das Klima bedeutet kann man noch nicht wirklich einschätzen. Teilnehmen an dieser Diskussion kann auch das Thema Elektroauto. Der Einsatz von Biomasse-Kraftwerken zur Erzeugung für Ökostrom ist heute schon immens wichtig und sinnvoll.
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