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Elektroauto China: Überholen die Chinesen uns Europäer bald?

Elektroautos Made in China?


Elektroauto China - auf der letzten Autoschau im chinesischen Shanghai haben ansässige Autobauer eine ganze Reihe batteriegetriebener aber auch energieeffizienter Fahrzeuge präsentiert. Die neuartigen Modelle können den internationale Wettbewerb der chinesischen Autoindustrie verbessern. Sie tragen dazu bei, die Luftverschmutzung in den Metropolien auf Dauer zu verbessern.


Fahrzeuge mit alternativen Antriebsstrang waren die Publikumsrenner auf der Autoschau. Sie stammen aus der Produktion heimischer Marken wie Chery, Brilliance oder auch Geely. Einige dieser neuen Modelle wie der batteriegetriebene Panda-Combi des Herstellers Geely kamen im Herbst des letzten Jahres schon auf den Markt. Manch einer der kompakten Elektroauto China können zu einem so günstigen Preis angeboten werden, dass Bewohner oder auch Bauern des ländlichen Chinas trotz eingeschränkten Einkommen sich durchaus diesen Auto-Kauf ins Auge fassen können.

Die aggressive Marktstrategie, die chinesische Autobauer verfolgen, steigt, dass China in zunehmenden Maße auf ihre Elektroauto China setzen wird. Autohersteller und Zulieferer, die sich auf diesem Gebiet engagieren wollen, werden großzügig mit staatlichen Zuschüssen zu Forschung und Entwicklung unterstützt. Der Staat sieht Vorteile nicht für ihre Ökobilanz. Sondern auch die Chance für die heimische Automobilindustrie, sich gegenüber ausländischer Konkurrenz zu positionieren. Elektroautos sind einfacher zu bauen als Autos mit Verbrennungsmotor.


Elektroautos sind preiswerter und dazu umweltfreundlich. Autofirmen wie Geely hoffen, dass ihr Potential in China sehr groß ist. Günstiger müssen sie vor allen Dingen auch deshalb anbieten, damit sich ihre Umweltfreundlichkeit überhaupt erst auswirken kann. Rasch steigt die Anzahl der Autobesitzer. Wenn die Neuzulassungen vor allem aus dem Angebot benzingetriebenen PKWs gedeckt würden, so wäre dies eine ernorme Umweltbelastung in allen Metropolen Chinas.

Die von Firmen präsentierten Elektroauto China sind viel günstiger als die der Mitbewerber aus dem Ausland. Der Autobauer Great Wall aus Hebei in der nordchinesischen Provinz möchte den ausschließlich batteriegetriebenen GWKulla bauen. Er wird voraussichtlich einer der preiswertesten Elektroautomobile Chinas. Wenn er nächstes Jahr seine Markteinführung vollzieht, wird sein Preis umgerechnet zwischen 6.200 und 7.250 € liegen. Der GWKulla ist ein kleiner Stadtflitzer, dessen E-Motor von Energie aus Lithium-Ion Batterien versorgt wird. Nach Angaben des Herstellers hat das E-Mobil eine Reichweite von 160 km.

Auch der Hersteller Chery hat einen Kleinwagen in ihrer Modellreihe, der mit Batterien fährt: der Riichi M1, der mit seiner Technologie und Leistung dem GWKulla ähnelt und höchst wahrscheinlich ebenfalls unter 7.000 € zu kaufen ist. Auch Geelys Panda, der schon im Oktober 09 zu kaufen war, bewegt sich in diesem Preissegment. Die chinesische Preis-Vergünstigung macht deutlich, wenn man die Modelle mit dem Volt von Chevrolet vergleicht: in den USA wird das Auto mit Hybridmotor bei Markteinführung Ende 2010 um die 28.000 € kosten. In China will General Motors mit ihm im Jahr 2011 auf den Markt. Trotzdem lassen sich die Autos nicht allein am Preisvergleich festmachen. Es steckt eine ganz andere Qualität dahinter, die einen höheren Preis auch nicht einfach gerechtfertigen. Der Chinese ist im Autokaufverhalten ganz anders als der Europäer oder Amerikaner.

Autobauer der Elektroauto China haben noch weitere Modelle mit Alternativen Antrieb im Petto: darunter sind auch Fahrzeuge mit Hybridmotor, die mit dem Prius von Toyota konkurrieren sollen. Am sensationellsten vielleicht ein Gas-Elektrik-Hybrid der Shanghai Automotive der nächstes Jahr zu kaufen sein soll.

Bei der technischen Ausstattung - insbesondere was die Batterien betrifft - hinkt China aber doch auch hinterher. Auch wenn die Hersteller immer wieder versichern, dass ihre Produkte up to date sind. Wie sie sich aber in der Anwendung, im Allag, bewähren, bleibt unklar. Die größte Unbekannte dabei ist wie überall: wie werden Chinas Verbraucher auf die Fahrzeuge mit alternativem Antrieb reagieren? Wie tauglich ist dieses Fortbewegungsmittel wirklich?

Nick Reilly, Chef des Asien/Pazifik-Geschäfts von GM ist sehr zweiflerisch. Was bisher zu sehen ist, ist technisch noch weit weg von der Konkurrenz. Aber auf der Kostenseite sind sie sehr gut. Dazu kommt, dass die chinesische Regierung und die betreffenden Autobauer sehr viel Kapital in die Entwicklung vor allem der Akku-Technologie stecken. Daher darf man künftig davon ausgehen, dass es fahrlässig wäre, sich bequem zurückzulehnen. Zu glauben, dass wir hierzulande noch haushoch überlegen sind.Ein anderes beispielloses Elektroauto ist ein supergünstiges, zweisitziges Miniauto, das vom chinesischen Autoteile-Lieferanten Wonder Auto Technology und dem koreanischen Hersteller von Golfkarren CT&T produzieren wird. Obwohl er mit herkömmlichen und längst überholten Bleiakkus ausgerüstet ist, die Höchstgeschwindigkeit bei 60 bis 65 km/h liegt, soll seine Reichweite 100 km betragen.

Atemberaubend ist an dem Miniauto vor allem der Preis von unter 40 000 Yuan (umgerechnet: 4.100 €). Die Geschäftsleitung von Wonder ist davon überzeugt, dass das Joint-Venture in Jinzhou in der Provinz Liaoning innerhalb von drei Jahren bis zu 50.000 Stück jährlich verkaufen kann. Ein Hybrid mit Strom aus der Steckdose zum Preis von 150.000 Yuan (15.500 €) ist für einen Bewohner des ländlichen Chinas ein nicht zu erfüllender Wunsch. Es wird 5 oder sogar 10 Jahre dauern, bis dieses Auto für Chinas jedermann käuflich sein wird. Aber ein günstiges Elektroauto wie das aus unserer Produktion ist schon heute verfügbar und bewegt sich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten genügsamer chinesischer Bauern.

Vom Elektroauto China zu BYD
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