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Elektroauto Mercedes auf der IAA 2009: Mercedes S 500

Elektroauto Mercedes hat bei der IAA 2009 in Frankfurt den nächsten faßbaren Schritt auf ihr künftiges Elektroauto gegeben den Bluezero E-Cell Plus. Er ist eine Studie, soll dabei in Kombination mit einem Dreizylinder-Turbobenziner als Notstromaggregat eine Reichweite von rund 600 Kilometer erreichen. Allerdings gibt es für diesen Stromflitzer im Format der B Klasse im Gegensatz zum Smart Fortwo Electric Drive und dem Mercedes B F-Cell Wasserstoffmobil keine ausführlichen Produktionspläne. Und auch äußerlich kommt das Elektroauto des schwäbischen Autoherstellers eher konzeptionell daher, trägt es doch ein Blechkleid im Stil der nächsten B-Klasse, die für 2011 kommen soll.

Angetrieben wird das Elektroauto Mercedes von einem 136 PS-Elektromotor und wird von einer Lithium-Ionen-Batterie mit Strom versorgt. Die Spitzengeschwindigkeit des Bluezero E-Cell Plus, der an einer normalen Haushalts-Steckdose innerhalb von 6 Stunden komplett aufgeladen werden kann, soll maximal 150 km/h betragen. Von 0 auf Tempo 100 km/h soll das neueste Modell der Stuttgarter elf Sekunden brauchen. Das Fahrzeug ist vor allem für kurze Strecken sinnvoll, reicht die Kapazität des Akkus immerhin für 100 Kilometer. Danach sorgt als Generator ein 1,0 Liter Dreizylinderaggregat für Energie-Nachschub. Dieser Motor bringt es auf 75 PS und er wird dem Elektromotor mit einer Tankfüllung nochmals mit weitere 500 Kilometer versorgen können.

Elektroauto Mercedes auf der IAA 2009: Mercedes S 500


Hybrid- und Elektrofahrzeuge sind die begehrtesten Themen der Automesse

Elektroauto Mercedes stellt auf der 63. IAA auch eine besonders sparsame S-Klasse vor, die nur 3,2 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll.

Jeder in der Autoindustrie forscht unter Hochdruck nach der Machbarkeit von Elektromobilen. Nicht nur bei Unternehmen wie Peugeot und Mitsubishi mit den Schwestermodellen Ion und i-Miev, sondern auch auf dem Sportwagensektor wird über Elektroalternativen gesucht. Das Joint Venture Mitsubishi/Peugeot hat schon konkrete Startdaten ins Auge gefasst. Ende 2010 sollen die Elektrofahrzeuge die Straßen befahren. Genauso wenig serienreif ist man bei Audi mit dem R8 Spider wie bei Mercedes mit dem e-Sportwagen SLS AMG. Doch Mercedes stellt mit der Studie B-Klasse-E-Cell Plus und der neuesten Studie der S-Klasse auch sehr seriennahe Lösungen.


Mercedes Vision S 500 Plug In-Hybrid

Dass die deutschen Automobilhersteller in der Luxusklasse den Hybridantrieb verschlafen haben, zeigt sich bereits beim Vergleich zwischen der japanischen Marke Lexus und Mercedes-Benz. Bei den SUVs ist es vergleichbar. Lexus, die Tochter von Toyota, setzt seit langen auf den Hybridantrieb. Währenddessen Mercedes erst jetzt mit dem kürzlich präsenierten S 400 Hybrid den Trend wahrnimmt. Mit der Studie S 500 Hybrid stellen die Schwaben auf der IAA 2009 ein PlugIn Hybridmodell vor, das auch zu Hause an der gewöhnlichen Steckdose nachgeladen werden kann.

Diese Studie ist mit einem Elektromotor ausgestattet, der 60 PS stark ist. Sein Lithium-Ionen-Akku hat eine Speicherkapazität von 10 kWh. Der Anrieb erhält Unterstützung von einem 3,5 Liter Sechszylinder-Benzinmotor. Kombiniert soll dieses Auto nur 3,2 l/100 km Benzin verbrauchen und 74 g/km CO2 emittieren. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 250 km/h begrenzt; die Beschleunigung von 0 auf 100 benötigt nach Herstellerangaben 5,5 Sekunden.

Elektroauto Mercedes Abgasreduzierung und Minderverbrauch trotz 215 kg Mehrgewicht

Die elektrischen Komponenten im Vision S 500 PlugIn Hybrid bringen 215 kg Mehrgewicht. Beim Vision S 500 PlugIn Hybrid ist auch das Eco-Start-Stopp-System installiert, das aus dem S 400 Hybrid bereits bekannt ist. Der Elektromotor unterstützt mit dem Boosten beim Beschleunigen den Verbrennungsmotor.

Wegen der optimierten Gewichtsverteilung und einer Verbesserung des Crashverhaltens ist das 130 kg schwere Lithium-Ionen-Batteriepaket nicht vorne im Motorraum, sondern hinter den Sitzen im Kofferraum eingebaut. Das Schnellladen des Akkus dauert eine Stunde. Bei komplett entleerter Batterie dauert eine sogenannte Standardladung mit einer Steckdose mit 3,3 kW 4,5 Stunden. Auch durch Rückführung der Bremsenergie wird die Batterie aufgeladen.

Die Verfassung bei Mercedes-Benz vor der IAA 2009


Nach eigenen Angaben lieferte die Pkw-Sparte des schwäbischen Autoherstellers im August 2009 weltweit 73.200 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, AMG, smart und Maybach aus. Im Vorjahr waren es noch 84.400 Autos, was einen Rückgang von 13 % bedeutet. Darin enthalten sind 66.200 Fahrzeuge der Marke Mercedes. Smart verkaufte im August 2009 24 % weniger Einheiten, also nur 7.000 Stück.

Es darf getrost bezweifelt werden, ob das Bauen von Elektroautos diese Zahlen nach oben hin erkennbar verbessert. Das ganze Getue rund um die Elektroautos ist nichts weiter als ein mediales Marketingtreiben so ein Automobil-Fachmann. Erstens werden die Leute nicht bereit sein, den Aufpreis für diese Technik zu bezahlen. Zweitens ist die Frage noch offen, woher der ganze Strom denn kommen soll. Wo sind die vielen Steckdosen für die Autos an der Straße? Wo sind die Steckdosen an der Autobahnraststätte, in innenstädtischen Parkhäusern, an Schulen, öffentlichen Gebäuden oder an Hotelparkplätzen und Einkaufszentren? Steckdosen für jeden, für die Laternenparker und nicht nur für elitäre Vorstadt-Eigentumswohnungsanlagen.

Grundsatzüberlegungen zum Elektroauto, die scheinbar keine Rolle spielen


Fachleute fragen sich auch, wer die Schaffung dieser Stromsäulen-Infrastruktur bezahlen soll und wer CO2-neutralen Strom in die Steckdosen bring: Atomkraftwerke, die auf lange Sicht abgeschaltet werden sollen? Oder Braunkohlekraftwerke, die nicht umweltfreundliche sind? Oder wird Deutschland mit unendlich weiten Wäldern verunstaltet werden, die aus Windmühlen bestehen? Auch der Fachmann weiß es nicht. Und bedauert, dass diese offenen Fragen von der Autoindustrie und der Politik scheinbar nicht wirklich diskutiert werden. Er hofft jedoch, dass nach dem Vorbild der BlueMotion-Modelle von Volkswagen weitere Autos entwickelt werden, die allein von noch sparsameren Motoren betrieben werden. Dadurch, dass sich ein paar Reiche eine S-Klasse oder einen Fisker Karma mit PlugIn-Hybrid in ihre mit Stromzapfsäule ausgestattete Garage stellen würden, wird das Klima seiner Ansicht nach nicht gerettet.

Vom Elektroauto Mercedes zu serienreife Elektroautos Vom Elektroauto Mercedes zum Elektroauto