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Elektroauto selbst gebaut: Zwei Deutsche aus Sachsen bauen ihr E-Auto

Elektroauto selbst gebaut: Der Citysax-Prototyp ist ein Elektroauto, mit dem sich zwei Sachsen ihren Traum erfüllt haben - den Wunsch vom selbst gebauten und eigenen Elektroauto. Als der sonnengelbe Chevrolet Matiz umgebaut wurde und unter Spannung gestellt wurde, waren Journalisten dabei um darüber zu berichten - von der Erfolgsgeschichte des sächsischen E-Auto-Spezialisten.

Dieser Umbau von Autoscooter und Citysax – zum Chevrolet auf Elektroantrieb kostet bei Matthias Bähr 31.212 Euro.

Wenn sich Träume erfüllen so wie bei den beiden Matthias Bähr und Dirk Hunecke, kommt man aus der Freude nicht mehr raus. Noch vor knapp einem Jahr sah alles ganz anders aus. Es waren eher Schweißperlen in den Denkerfalten, die ins Neonlicht getaucht wurden. Dort in der kleinen Garage tüftelten und schrauben sie an ihrem Citysax, dem ersten Elektroauto. Beide fahren voll auf den alternativen elektrischen Antrieb ab: Kraftvoll, effizient, sauber und leise ist er, aber immer noch selten zu bekommen.

Elektroauto Citysax basiert auf dem Chevrolet Matiz

Die beiden Citysaxmacher, Bähr und Hunecke erkannten eine Marktlücke. Als der ihre Studie, ein Prototyp aus einem Chevrolet Matiz, der unter Spannung gestellt wurde, war die Presse vor Ort. Kurz danach rollte der Viertürer unter dem Namen Citysax ins Scheinwerferlicht. Der erste Messeauftritt in Leipzig war erfolgreich und kurz darauf der erste Käufer am Tisch.

Während Bähr von bereits sieben ausgelieferten Autos erzählt, strahlen seine Augen bei seinem Elektroauto selbst gebaut. Er ist durchaus zufrieden. Zudem liegen weitere E-Auto-Bestellungen vor. Wie einst beim Prototyp dient als Basis immer noch der kleine Chevrolet Matiz. Benzinmotor und Auspuff fliegen zuerst raus und ab Getriebe wird übernommen. Dadurch umgehen die Erfinder teure Prüfungen und Neuabnahmen durch TÜV etc... Weder Bremsen noch das Achsgewicht wird verändert.

Lithium-Eisenphosphat-Akkus des Citysax kommen aus China


Gerade werden die 18 Akkus unter dem Kofferraumboden überprüft. Alle lassen sich einwandfrei laden. Die 26 Lithium-Eisenphosphat-Batterien sind Importware aus China.

Der EDV-Systemtechniker eilt ohne Hetze um das E-Auto, schaut hier, prüft da. Wenn der Beifahrersitz beiseite rutscht, kommt das Innere des kleinen Citysax zu Tage.

Untergebracht in einer handlichen Box arbeitet die Steuerelektronik. Vom der kleinsten Fehlermeldung bis zum Ladezustand der Akkus - hier laufen alle Informationen zusammen. Weiter vorn wartet ein 43 kg schwerer Elektromotor auf seinen Einsatz.

Von Anfang an zieht das Auto mit 16 Kilowatt, ad hoc sind 26 Kilowatt möglich. Einen Verlauf des Drehmoments mit allen Höhen und Tiefen wie man es vom Verbrennungsmotor kennt gibt es nicht. Luft reicht außerdem zum Kühlen. Im Prototyp war der Block noch ein wenig dick verpackt.

Dieser Citysax schafft bis zu 130 km/h

Der Motor des Citysax zieht derart stark, so dass der erste Gang des Seriengetriebes nur für ganz steile Anstiege reserviert ist. Beim Stop-and-go in der Rushhour passen am besten zweiter oder dritter Gang. Der Viersitzer erreicht eine Spitzengeschwindigkeit bis zu 130 km/h. Die Kupplung benötigt man nur zum Wechseln der Gänge. Beim Anfahren oder Halten reichen das Brems- oder Gaspedal – genauso wie beim Automatikgetrieben. Typisch Elektroauto: Wer den Citysax antreibt, traut seinen Ohren nicht. Der Wagen zieht ordentlich nach vorne - ohne großes Getöse. Zurück von der Probefahrt, sollte der Citysax an den Strom um Nachzuladen. Dazu wird auf Höhe des linken Nebelscheinwerfers das mitgeführte Stromkabel angesteckt - fertig. Leere Akkus sind an einer Haushalts-Steckdose nach rund acht Stunden wieder einsatzbereit. Wer Starkstrom nutzen kann, kann die Ladezeit um die Hälfte reduzieren.

Elektroauto selbst gebaut: Die Reichweite liegt bei circa 130 Kilometern

Nach 80 Kilometern wird per Elektronik die Lampe der Reserve, eine Voreinstellung. Doch einige Fahrer kommen dann immer noch 50 Kilometer weit. Viel versprechend hören sich die Zukunftspläne der Sachsen an. In greifbarer Zukunft wird kein Autohersteller eine bezahlbare Konkurrenz auf den Markt bringen, soll der Citysax bald ein großes Familienmitglied bekommen.

Vom Elektroauto selbst gebaut zurück zum Elektromotor
Vom Elektroauto selbst gebaut zurück zum Elektroauto