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Elektroautos 2009: Deutschland gegen den Strom

Elektroautos 2009: Am 3. Mai 2010 lädt Angela Merkel (CDU) einige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Elektromobilitätsgipfel nach Berlin. Es geht für die Diplom-Physikerin um einiges: Vollmundig kündigte sie an, Deutschland würde zum Leitmarkt für Elektromobilität. Werde zudem im Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf unseren Straßen haben.

Andere Staaten geben finanzielle Starthilfe, die deutsche Bundesregierung stattdessen will bei Elektroautos allein die Forschung fördern. Auch zum Schutz deutscher Hersteller, die mit ihren E-Autos viel zu spät dran sind.

Von diesem Mann existieren nur wenige Fotos, und Interviews lehnt er gerne ab. Wer ist dieser Mann? Dabei hat Guido Zielke, Ministerialrat im politischen Berlin eine wichtige Rolle übernommen: Zielke will die Elektromobilität in Deutschland entscheidend vorantreiben. Seit Februar 2010 hat er die Position als Leiter der „Gemeinsamen Geschäftsstelle Elektromobilität der Bundesregierung“ übernommen (GGEMO). Seine Referenz: Er leitete bis vor Kurzem das Fahrradreferat und war damit oberster Drahtesel-Beamter im Land. Die GGEMO hat ihre Geschäftsräume im Wirtschaftsministerium, Zielke arbeitet aber für den Bundesverkehrsminister. Seine Kompetenz als Chef-Koordinator in Sachen Elektromobilität wird von Betrachtern folgendermaßen umschrieben: Zielke könne sich ja ins Thema einarbeiten. Wer mit ihm zusammengearbeitet hat, äußert sich nicht zu seinen Qualitäten. Vorschusslorbeeren würden anders aussehen.

Unterwegs: Das fahren deutsche Politiker

Am 3. Mai 2010 lädt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zum Elektromobilitätsgipfel nach Berlin. Die GGEMO bereitet die Tagung vor. Es geht für die Kanzlerin und Diplom-Physikerin um viel: Ihr Vorhaben ist es Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu machen.

Überblick Elektroautos 2009: Alle Marken, alle Modelle


Vorerst droht Deutschland eine Wüste der Elektromobilität zu werden. Wenn Ende des Jahres die ersten – immer noch zu teuren – Elektroautos großer Hersteller auf den Markt kommen, werden viele Regierungen beim Kauf etwas dazulegen. Deutschland dagegen schwimmt gegen den Strom – und gibt erst mal gar nichts. Die Bundesregierung ist in einer sehr heiklen Situation. Würde sie schon jetzt den Kauf von Elektroautos subventionieren, profitierten nur jene Autoimporteure, die 2010 bereits Elektromobile anbieten können. Das erste Auto eines deutschen Herstellers wird frühestens Ende 2011 marktreif. Peter Ramsauer (CSU), Bundesverkehrsminister will allerdings heimische Autohersteller vorantreiben. In einem Brief vom 3. Februar 2010 teilte er den Fraktionen von CDU/ CSU und FDP mit: „Unser gemeinsames Ziel müssen Elektroautos sein, die so preiswert, attraktiv und wettbewerbsfähig sind, dass sie von Kunden auch ohne Kaufanreize gekauft werden.“ Vielmehr solle die Forschung bzw. der Aufbau einer Lade-Infrastruktur gefördert werden: 1,2 Milliarden Euro stünden hierfür zur Verfügung.

Kompetenzgerangel droht

Die Regierung packt die Aufgabenstellung – trotz GGEMO – dezentral an. Mit Umwelt- und Forschungsministerium mischen zwei weitere Sparten mit. Somit droht ein Kompetenzgerangel. Gefördert werden acht Modellregionen, in denen in den nächsten Jahren nur vereinzelt Elektroautos gefahren werden – schlicht, weil sie für viele zu teuer sind. Ein Durchbruch am 3. Mai scheint unter diesen Umständen undenkbar. Eher könnte es so laufen wie am 21. Januar 2010, als sich 30 Stellvertreter von Auto- und Zulieferindustrie zu einem gemeinsamen Arbeitsessen in Sachen Elektromobilität in Berlin trafen. Eingeladen hatte Jens Weidmann, Merkels wirtschaftspolitischer Berater. Bereits eine Stunde und 40 Minuten später trennte sich die Gruppe ergebnislos. Jedem Gast blieben im Schnitt gut drei Minuten Redezeit, dabei herrscht großer Diskussionsbedarf in dieser Sache.

Von Elektroautos 2009 zu den serienreifen Elektroautos
Von Elektroautos 2009 zum Elektroauto