Elektroautos Preise: Nissans Kampfpreis schockiert die ganze Autobranche
Elektroautos Preise zum Spartarif: Nissans Elektroauto Leaf wird in den USA inklusive Subvention kaum teurer sein als ein herkömmlicher Benziner. Der Kundenansturm ist jetzt immens, die Konkurrenz ist reichlich verdattert.
Eine aktuelle Umfrage hat ergeben, dass fast ein Drittel nur dann auf ein E-Auto umsteigen würde, wenn es preislich ähnlich mit einem herkömmlichen Pkw wäre. Nur 3,2 Prozent der Befragten sind an der neuen Antriebstechnik interessiert und würden auch dann zuschlagen, wenn das Fahrzeug 20% teurer wäre. Mehrkosten von maximal 20% würden nur von 13,6% der 2.850 Befragten akzeptiert. 32,2 Prozent lehnen die Elektroautos grundsätzlich ab, unabhängig davon, was ein solches Auto kosten würde. 18 Prozent würden ein solches Fahrzeug nur dann kaufen, wenn es günstiger ist als ein normales Auto.
Das einzige Elektroauto, das seither für einen ähnlichen Hype sorgte wie Nissans Leaf, war der Tesla Roadster. Zwischen den beiden Elektro-Fahrzeugen gibt es freilich einen gravierenden Unterschied: Während der elektrifizierte Sportwagen aus dem Silicon Valley nur in geringen Stückzahlen gebaut wird und mit einem Preis von 111.000 Dollar für Normalverdiener viel zu teuer ist, soll dieser Leaf das erste Elektroauto für jedermann werden mit attraktiven Elektroautos Preise.
Darauf deuten das Format in der Kompaktklasse, die fünf Sitzplätze und die Reichweite von 160 Kilometern ebenso wie die Produktionsplanung. Gebaut werden soll in hohen Stückzahlen, in Japan, Amerika und in Europa. In erster Linie aber zeigt das der Kampfpreis, den Nissan aufgerufen hat: In den USA wird das E-Auto 32.780 Dollar kosten und nach dem Abzug von 7.500 Dollar Subvention in Form von Steuerrabatt aus Washington für 25.280 Dollar zu haben sein. Wer in US-Kalifornien wohnt, bekommt noch einmal 5.000 Dollar vom Staat obendrauf und zahlt damit für den Leaf noch weniger als für Hybridautos wie den Toyota Prius oder den Honda Insight. Selbst konventionell motorisierte Fahrzeuge sind kaum billiger.
Seitdem Nissan Bestellungen entgegennimmt, geht es auf der Website hoch her. Nachdem sich zuvor schon mehr als 100.000 Interessenten registriert hatten, folgen nun konkrete Buchungen, angeblich im Minutentakt. „Es waren 2.700 Buchungen in den ersten drei Stunden“. Mittlerweile haben mehr als 12.000 Kunden 99 Dollar für ihren Platz auf der Bestellliste angezahlt.
Das wäre bereits ein Viertel der 50.000 Leafs, die Nissan im ersten Jahr in Japan herstellen will. Die Situation dürfte sich später entspannen: Das Nissan-Werk im US-Staat Tennessee hat eine Kapazität für 150.000 Autos im Jahr und nimmt erst 2012 die Arbeit auf. Ab 2013 sollen im englischen Sunderland ebenfalls 50.000 Leaf im Jahr produziert werden.
So richtig anrollen wird die Elektroautowelle erst 2012
Vorerst jedoch brauchen die amerikanischen Kunden noch etwas Geduld. „Zum ersten Mal zu Gesicht bekommen diese Kunden den Wagen wohl erst im November. Ausgeliefert werden die E-Autos frühestens zum Jahreswechsel. Damit ist der größte Nissan-Händler südlich von Los Angeles noch einer der schnellsten. In vielen US-Staaten beginnt der Leaf-Verkauf erst Mitte des Jahres 2011. Und erst 2012 ist das Elektrofahrzeug im ganzen Land verfügbar.
Diese Befragung zeigt, dass Kaufanreize für den Erfolg von Elektroautos unerlässlich sind. Beim heutigen Stand der Technik und der anfänglich geringen Stückzahlen, werden Elektro-Autos deutlich teurer sein als herkömmliche Pkw. Während die Regierung Deutschlands bislang noch keine Zusage für einen Kaufzuschuss gegeben hat, gewähren andere Länder teils hohe Summen. Die amerikanische Regierung lockt mit Steuererleichterungen in Höhe von 7.500 Dollar. Wer zusätzlich noch die in Kalifornien gewährte Elektroprämie von 5.000 Dollar in Anspruch nehmen kann, kann den in den Startlöchern stehenden Nissan Leaf für kaum mehr als 20.000 Dollar kaufen. Der Nissan Leaf gehört zu den ersten Elektroautos, die in die Schaufenster der Händler stehen - mal abgesehen von dem Elektro-Roadster Tesla. Während der kompakte Leaf in den USA bereits von Kunden vorgemerkt werden kann, muss sich die deutsche Interessenten noch bis 2011 gedulden. Vielleicht drücken diese Elektroautos Preise endlich den Wettbewerb.
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