Foerderung Elektroauto: Deutschland benötigt die Umweltprämie 2.0
Foerderung Elektroauto: Ob Frankreich, China oder die USA: Wer ein Elektroauto kauft, erhält einen üppigen Förderung vom Staat. Derzeit wollen immer mehr Länder dem Stromern zum Durchbruch verhelfen. Nur die Autonation Deutschland bezuschusst weiterhin Techniken von gestern - und läuft somit Gefahr völlig den Anschluss zu verlieren.
Das Rennen um die Fahrzeugtechnik der Zukunft hat noch nicht richtig begonnen - doch die Teilnehmer rangeln bereits um die Pole Position. „Gerade jetzt muss man investieren. Sonst verpasst man eine große Chance. Peter Mandelson, Großbritanniens Wirtschaftsminister, reklamiert für sein Land die Führerschaft in eine Niedrig-CO2-Zukunft. Wolfgang Tiefensee hält alle Autos, die mit fossilen Energiequellen fahren, für die Auslaufmodelle von heute. Für die Ekstase der Politiker gibt es gute Gründe. Eine schnelle Verbreitung von Elektroautos könnte den CO2-Ausstoß senken - den von Feinstaub und anderen Emissionen natürlich auch. Elektrofahrzeuge sind effektiver, einfacher zu warten und preiswerter zu betreiben als Autos mit Verbrennungsmotor. „Stromer gehört die Zukunft“ resümiert deshalb auch der VW-Chef Martin Winterkorn, seine Kollegen bei Daimler oder Renault sehen es ähnlich.
Eine steigende Zahl von Nationen macht deshalb viel Geld für die Foerderung Elektroauto locker, um Stromvehikeln zu einem schnellen Durchbruch zu verhelfen. Die Amerikaner z.B. erhalten beim Kauf eines E-Autos eine Steuergutschrift über umgerechnet bis zu 5.800 €. Briten bekommen ab 2011 fast das Gleiche - in bar. In China sind es über 6.700 €.
Und was macht Deutschland?
Wer hierzulande ein Elektroauto erwirbt, zahlt 5 Jahre lang keine Kfz-Steuer. Die Ersparnis gegenüber einem normalen Kleinwagen beträgt insgesamt bedauerliche 140 €.
Im Geburtsland des Automobils gibt es tatsächlich keinerlei Absatzförderung für alternative Antriebe. Das ist umso erstaunlicher, als die deutsche Regierung gerade weitere 3,5 Mrd. € für die Abwrackprämie bereitgestellt hat, das größte Neuwagenverkaufsförderprogramm der deutschen Historie.
Unser letzte Neuwagen-Boom?
Dieses Nachlässigkeit könnte den Deutschen mittelfristig teuer zu stehen kommen. Autobauer wie die VW AG oder die BMW Group profitieren zwar auch von Elektroauto-Subventionen in China oder den USA - wenn sich die kostspielige Entwicklung neuer Antriebstechnologien für sie rechnen soll, sind sie jedoch auf eine starke Nachfrage auf ihrem Heimatmarkt angewiesen. Diese Nachfrage dürfte mangels staatlicher Unterstützung nach derzeitigem Stand aber ausbleiben, wenn 2010 bis 2012 die ersten Stromer zum Händler rollen.
Dabei ist es nicht einmal so, dass die Bundesregierung kein Geld für alternative Antriebe vorgesehen hat. Im Konjunkturpaket II wurden 500 Mill. € für Wasserstoff- und Elektrofahrzeuge eingeplant. Nur gibt der Fiskus das Geld nicht seinen Bürgern, sondern lieber der Pkw-Industrie. Das hat eine längere Tradition: Schon in den 80iger und 90iger Jahren subventioniert der Staat diverse Antriebsprojekte. Das bekannteste war damals das Rügen-Projekt, ein groß angelegter Elektroauto-Feldversuch. Mit dem Geld der Steuerzahler forschten Daimler, BMW und andere jahrelang an Batterien und E-Motoren herum. Ein serienreifes Produkt kam aber nie heraus.
Der Unglück liegt ein banales marktwirtschaftliches Tatsache zugrunde: Forschungssubventionen, Verordnungen und gutes Zureden sind nur bedingt geeignet, das Handeln von Unternehmen zu beeinflussen. Das Einzige, was Unternehmen so richtig Beine macht, ist die Aussicht auf einen hohen Profit. Wenn bei der Daimler AG und Konsorten die Wahrnehmung entstehen würde, dass Elektroautos demnächst reißenden Absatz finden, würden sie diese eher heute als morgen auf die Straße stellen.
China lässt dagegen den Verbraucher wählen
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet China diesen Zusammenhang früher als andere erkennen konnten. Die Chinesen zahlen die höchste Elektroautosubvention der Welt - in der Hoffnung, dass eine schnelle Verbreitung der Technologie heimischen Elektroautoherstellern wie BYD Wettbewerbsvorteile verschafft.
Der stellvertretende Finanzminister Zhang Shaochun erteilt üppige Forschungsunterstützungen hingegen eine Absage: Eine direkte Subvention „gibt den Konsumenten ein Wahlrecht“ - und führe dazu, dass der Markt entscheidet, welche Ökoautos sich durchsetzten.
Ökokapitalist Zhang hat Recht, und Ludwig Erhard würde vermutlich kräftig nicken. Darum braucht Deutschland für Käufer von Elektroautos eine neue Umweltprämie ( Foerderung Elektroauto ) - und zwar diesmal eine, die ihren Namen verdient. Ansonsten könnte die durch die erste Abwrackprämie kurzfristig verjüngte deutsche Fahrzeugflotte in wenigen Jahren recht alt aussehen.
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