Die 6 Greenwashing Sünden oder The Six Sins Of Greenwashing
Wer mit dem Begriff Greenwashing noch nichts anfangen kann: in einem Satz zusammengefasst ist Greenwashing eine PR-Methode, die Unternehmen aber auch die Politik nutzen, um der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsvolles Image vorzuspielen. Bemühungen von Unternehmen, Verbänden oder auch Regierungen, sich ein zumeist nicht begründetes „grünes“ Image anzueignen.
Es wird in 6 Sünden-Kategorien klassifiziert:
1. Sin of the Hidden Trade-Off
Herausstellen von Merkmalen, die umweltfreundlich sind, jedoch angesichts anderer negativen Eigenschaften des Produkts wenig Bedeutung haben
2. Sin of No Proof
Vorgabe eines umweltfreundlichen Attributs ohne jeglichen Nachweis
3. Sin of Vagueness
Unklare Formulierungen, die den Konsumenten verwirren
4. Sin of Irrelevance
Betonung einer richtigen, aber völlig unwichtigen unbedeutenden Produkteigenschaft
5. Sin of Fibbing
Angabe von umweltfreundlichen Eigenschaften, die absolut falsch sind.
6. Sin of Lesser of Two Evils
Grün angehauchte Produkte, die doch äußerst schädlich sind
Wie Unternehmen und Politik Imagepflege mit ökologischen Projekten betreiben
In der Regel wird nach einem Skandal oder anderer negativer Berichterstattung wieder ein positiveres Bild in der Öffentlichkeit zu erlangen versucht. Greenwash ergänzt ober übernimmt somit teilweise die Rolle des sozialen Engagements, welches seit jeher von vielen Unternehmungen zur PR-Aufbesserung verwendet wird.
Der Beweggrund für die greenwash-betreibenden Unternehmungen leitet sich aus den zahlreichen potenziellen Vorteilen ab, die sich nach dem Überziehen eines grünen Mäntelchens umsetzen lassen. Einige Beispiele davon seien hier genannt:
Verstärkung der Machtposition gegenüber Wettbewerbern durch ein verbessertes Image und daraus resultierende Steigerung der Marktanteile
Überzeugen von Kritikern von den guten Absichten der Unternehmung
Steuern der öffentlichen Meinung durch gezielten Einsatz von rhetorischen Stilmitteln im Umweltkontext
Gezielte Zerstreuen der Aufmerksamkeit von Regulatoren
Erhöhung der Attraktivität der Unternehmung gegenüber potentiellen Geldgebern, die an eine nicht-umweltorientierte Firma nicht investieren würden
Ein typisches Beispiel für Greenwashing aus Deutschland ist die derzeit groß angelegte Informations-Maßnahme des Energiekonzerns E.ON, bei der ein neues Offshore Gezeitenkraftwerk vor der Küste Englands beworben wird. Das Projekt mit der Aufgabe, die Kräfte der Natur zur CO2-freien Energiegewinnung zu nutzen, ist an sich außerordentlich lobenswert. Der Einfluss dieses Projekts auf die Entwicklung des Geschäfts eines solchen Riesenkonzerns dürfte jedoch verschwindend gering sein und hätte sicherlich nicht die enorme Aufmerksamkeit verdient.
Es liegt nahe, dass andere Motivationen als Gewinnmaximierung und Umweltbewusstsein als die entscheidenden Treiber für die Durchführung des Baus eines Gezeitenkraftwerks dahinter stecken könnten. Vielleicht könnte E.ON hier gezielt von der öffentlich geführten Diskussion über die hohen Energiepreise auf dem einseitigen deutschen Markt ablenken wollen? Oder der heiß aufflammende Debatte über die Sicherheit von Atomkraftwerken im Zuge der Störfalle beim Mitbewerber Vattenfall o.ä.?
Ähnliche Absichten könnte man sicherlich auch bei McDonald's unterstellen, wenn sie in ihrer Kampagne „Bee good to the Planet“ passend zum Start des neuen Öko-Animationsfilm „Bee Movie“ eine Happymeal-Aktion durchführt hat. Bestimmt ist eine Sensibilisierung der Kids für ein umfreundliches und nachhaltiges Leben eine sinnvolle Initiative. Auch hier ein Ablenkungsmanöver von der negativen Publicity eines Unternehmens abzulenken, das als größter Treiber für die Verfettung der Gesellschaft gilt und somit zurecht von allen Seiten auf den Deckel bekommt.
Die Beispiele gerade aus der Unternehmenswelt ließen sich beliebig fortführen. Wie halten es die Automobilkonzerne mit dem
greenwash?
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