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IAA-2009: Alle warten auf's Elektroauto

Sollten sämtliche Ankündigungen für die IAA-2009 der Autoindustrie eintreffen, ist mit Ende 2010 mit einem ansteigenden elektrischen Surren auf den Straßen zu rechnen. Denn auf der diesjährigen IAA werden zahlreiche neue Elektroautos vorgestellt, die im nächsten Jahr an den Start gehen sollen.

Auf der IAA-2009 wird die zunehmende Bedeutsamkeit der Elektromobilität klar erkennbar sein, wird gut eine Woche vor dem Start ihrem in Frankfurt bekannt. Und tatsächlich überstürzen sich derzeit die Nachrichten zum Fahren mit elektrischen Strom. Der neue Trend belebt Automobil-Branche, die derzeit heftig von weltweiten Absatzeinbußen gebeutelt wird. Vorläufig allerdings ist dieser Effekt nicht real, denn die Autos, die plötzlich angekündigt werden, sollen frühestens in einem Jahr, meist deutlich später verfügbar sein. Außerdem wird es sich bei den ersten E-Mobilen keineswegs um eine Serienproduktion handeln, sondern um vergleichsweise teure „Hightech-Einzelteile“.

Als die ersten Elektroautos eines Herstellers von Großserien laut der IAA-2009 dürften aller Wahrscheinlichkeit die Modelle aus der Kooperation von Mitsubishi und dem französischen Peugeot-Citroën-Konzern auf den Markt kommen. Der Mitsubishi iMIEV ist in Japan seit Juli erhältlich, ein Viertüriger, 3,40 Meter langer Kleinwagen ausgestattet mit einem 64 PS starken Elektromotor im Heck. Der eCar soll Ende nächsten Jahres in Deutschland angeboten werden. Parallel dazu dürften dann auch die technisch identische Modelle von Peugeot und Citroën serienreif sein. Peugeot zeigt das Modell iOn in den nächsten Tagen als Weltpremiere auf der IAA. Der Wagen mit Lithium-Ionen-Batterie hat mit einer Akku-Ladung eine Reichweite von 130 Kilometer ehe er für sechs Stunden wieder an eine haushaltsübliche 220-Volt-Steckdose müsse.

Über den Preis gibt es anscheinend noch überhaupt keine Vorstellung. Vielleicht bekommt man eine Vorstellung, wenn man sich vor Augen führt, dass der baugleiche Mitsubishi iMIEV in Japan für 34.000 € kostet. Japanische Kunden können allerdings mit einer staatlichen Förderung von 11.000 € rechnen, und oft zahlt auch noch die regionale Präfektur einen Elektroauto-Zuschlag.


Auch Smart, die Mercedes-Marke zeigt auf der IAA-2009 ein Elektroauto, nämlich die zweite Generation des Smart Fortwo electric drive, diesmal mit Lithium-Ionen-Akkus vom neuen Kooperationspartner Tesla Motors. Der 40 PS starke Elektromotor kann mit der Energieladung rund 115 Kilometer weit bewegen, dann muss das Auto ein paar Stunden an die Steckdose. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Modelle an erlesene Kunden verleast werden. In den freien Verkauf solle der Smart electric drive jedoch erst ab 2012 gelangen.

Rätselraten um den Aufpreis von Elektroautos - das dürfte happig werden

Über den Preis? Auch bei Mercedes gibt es dazu noch keinerlei Information. Man sollte also selbst ein klein wenig rechnen wie zum Beispiel: Pro Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität einer Batterie muss man derzeit von Herstellungskosten von 600 bis 800 € ausgehen. Die im Smart eingesetzten Akkus kommen auf 14 kWh - zusammen also etwa 9.800 Euro Batteriekosten. Würde man alles komplett auf den Neuwagenpreis draufrechnen, würde sich der Preis des Smart Coupés verdoppeln. Es hängt also voraussichtlich von den staatlichen Zuschüssen ab, ob ein Elektro-Kleinwagen hierzulande überhaupt verkauft werden kann. Oder von den bis dahin verteuerten Benzinpreisen.

Es werden zahlreiche andere Elektroautos auf der IAA präsentieren. Renault z. B.: wird gleich vier elektrisch angetriebene Fahrzeuge vorstellen, Opel zeigt nochmals den Opel Ampera und nach einem ähnlichen Konzept - also der Kombination eines Elektromotors mit einem Verbrenner zur Stromerzeugung für höhere Reichweiten – so funktioniert auch die Mercedes-Studie Blue Zero E-Cell plus. Und VW wird den Kleinwagen Up, der auf der IAA Premiere feiert, auch gleich in einer Elektroversion präsentieren.

Das VW-Elektroauto kommt erst 2013, indische Modelle ab 2010

Auf dieses Fahrzeug wird man aber noch länger warten. Ab 2013 heißt es vage aus Wolfsburg, wenn nach dem Verkaufsstart des Elektro-Kleinwagens nachgefragt wird. Die Batterietechnik sei die große Hemmung. Das gilt zwar für alle Hersteller, doch ist der Anspruch an die Fahrzeuge oft unterschiedlich. Wer nicht nur ein reines Kurzstreckenfahrzeug anbieten möchte, sondern den Kunden auch größere Reichweiten im rein elektrischen Fahren ermöglichen will, braucht eben mehr Entwicklungszeit.

Wer nur ein Citycar braucht, kommt schneller an sein Ziel. Die kalifornisch-indische Firma Reva zum Beispiel, die auf der IAA-2009 den viersitzigen Dreitürer Reva NXG präsentiert. Ein Elektroauto, das ab Frühjahr 2010 in Europa auf den Markt kommen soll. Eine sportlichere Variante, die als Studie auf der IAA zu sehen sein soll, soll im Jahr darauf folgen. Zum Preis oder zur Reichweite gibt es bislang keine Auskunft, dafür aber eine ungeheuerlich klingende Ankündigung: Reva will auf der IAA ein System präsentieren, mit dem die Autobatterie per Fernladung zumindest wieder so weit aufgeladen werden kann, dass ein Weiterfahren bis zur nächsten Steckdose möglich ist. Das klingt utopisch, wenn nicht gar lebensgefährlich. Auf der IAA sollen die Details folgen.

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