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Elektro-Utopia auf der IAA 2010

Auf der IAA 2010 werden zahlreiche neue Elektroautos vorgestellt, die im kommenden Jahr an den Start gehen sollen. Sollten die Vorhersagen der Autoindustrie zutreffen, wird das Jahr 2010 mit einem anschwellenden elektrischen Surren auf den Straßen zu Ende gehen.

„Auf der IAA ´10 wird die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität klar erkennbar sein.“

Und tatsächlich überstürzen sich zur Zeit die Nachrichten zur Frage „Fahren mit Strom“. Diese Tendenz belebt die Automobil-Branche, die heftig vom weltweiten Absatzrückgang gebeutelt wird. Vorläufig allerdings ist dieser Aufschwung allerdings nur virtuell, denn die Autos, die jetzt vollmundig angekündigt werden – werden heute noch nicht - frühestens in einem Jahr, meist aber erst deutlich später zu kaufen sein; und außerdem wird es sich bei den ersten E-Autos keineswegs um Massenmodelle handeln, sondern um teure Hightech-Vehikel.

Als die wohl ersten Elektroautos eines Großserienherstellers dürften voraussichtlich die Modelle aus der Kooperation von dem französischen PSA-Konzern (Peugeot-Citroën) mit Mitsubishi auf den Markt kommen. Der in Japan seit Juli verkaufte Mitsubishi iMIEV, ein 3,40 Meter langer viertüriger Kleinwagen mit einem 64 PS starken Elektromotor im Heck soll Ende nächsten Jahres auch in Deutschland angeboten werden. Parallel dazu dürften dann die technisch identischen Modelle von Peugeot und Citroën marktreif sein. Peugeot zeigt das Modell iOn als Weltpremiere auf der IAA. Das Elektroafahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterie könne mit einer Batterie-Ladung 130 Kilometer weit kommen, ehe er anschließend für sechs Stunden wieder an eine herkömmliche 220-Volt-Steckdose müsse, um aufzuladen.

Happiger Mehrpreis

Über den Kaufpreis gebe es „noch keine Vorstellung“. Eine Vorstellung erhält man, wenn man sich vor Augen hält, dass der baugleiche Mitsubishi iMIEV in Japan für umgerechnete 34.000 € verkauft wird. Zugegeben können japanische Kunden mit einer staatlichen Förderung von satten 11.000 € rechnen, und oft zahlt auch noch die jeweilige Präfektur einen Elektroauto-Zuschlag.


Die Marke Smart des Daimler Konzerns zeigt auf der IAA ebenfalls ein Elektroauto, nämlich die zweite Generation des Smart Fortwo electric drive, diesmal mit Lithium-Ionen-Akkus von ihrem Kooperationspartner Tesla Motors. Der 40 PS Elektromotor kann den Zweisitzer mit der Energie aus einem vollen Akku rund 115 Kilometer weit bringen, dann muss auch dieses Auto ein paar Stunden zum Auftanken. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Modelle an verlesene Kunden verleast werden. In den freien Verkauf kommt der Smart electric drive erst ab 2012. Und der Preis? Auch bei Mercedes gibt es dazu keinerlei Auskunft. Man müsse selbst noch ein bisschen rechnen: Pro Kilowattstunde Speicherkapazität eines Akkus müssen derzeit Herstellungskosten von 600 bis 800 € veranschlagt werden. Der im Smart eingesetzte Akku kommt auf 14 kWh - macht also rund 9.800 € Akkukosten. Würde man den Aufpreis komplett auf den Neuwagenpreis schlagen, würde sich der Preis des Smart Coupés verdoppeln. Es hinge also vermutlich von den staatlichen Subventionen ab, ob ein Elektro-Kleinwagen in Deutschland überhaupt verkäuflich wäre. Oder von den bis dahin passenden Benzinpreisen.

Von der IAA 2010 zur IAA 2009
Von der IAA 2010 zum Elektroauto