Mia Elektroauto, das Raumwunder

Kein Getriebe, keine Kupplung: das Mia Elektroauto fährt sich leicht wie ein Skooter auf dem Rummelplatz. Ab Mitte 2011 ist das Elektroauto zu haben. Wie bei Elektroautos gewonnt müssen sich allerdings Privatkunden noch ein paar Monate länger gedulden.

Gute 2,87 Meter lang ist dieser Mia. Das Elektroauto – der Form nach eine Art Mini-Microvan – soll ab diesen Sommer geliefert werden können. Zunächst an Unternehmen und öffentliche Behörden, dann – ab 2012 auch an private Kunden.

Dieses Mia Elektroauto wirkt ein wenig unsicher. Gerade weil dessen Entwickler den Mia zur Schüchternheit und Unauffälligkeit geformt haben. Auf einen normalen Parkplatz passen fast zwei E-Fahrzeug dieser Art. Doch das Äußere irgendwo zwischen einem asiatischem Micro-Van und dem deutschen Smart angesiedelt, hält eindeutig mehr als er verspricht: der Mia ist ein absolutes Platzwunder.

Derjenige der die seitlichen Schiebetüren öffnet, ist sprachlos. Der Fahrersitz, in der Mitte vor dem verbauten Lenkrad, steht sehr hoch über der Fahrbahn. Das Einsteigen kann somit von der beiden Seiten erfolgen und fällt sehr leicht. Zwei Beifahrer sitzen hinter dem Fahrer und können ihre Beine auf beiden Seiten neben dem Fahrersitz ausstrecken. Dadurch lässt es sich im Mia Elektroauto ausgesprochen gut reisen.

Dazu kommt, dass jetzt immernoch ein beachtliches Ladevolumen übrig bleibt. Der Mia ist deswegen ein Platzsparer, weil es keinen Motorraum benötigt. Der 32 kg schwere Elektromotor, der den Mia mit einer Motorleistung von 18 Kilowatt (24 PS) einigermaßen flink durch Ballungsgebiete schlendern lässt, ist an der hinteren Achse verbaut.

Mia steht für absolute Schlichtheit. Wer den Zündschlüssel zum Start dreht, fährt auch auch vorwärts; der, der ihn dagegen nach links dreht, fährt dann rückwärts. Dazwischen gibt es wenig mehr, was den Antrieb unterbricht. Keine Kupplung und keine Schaltung auch kein Getriebe. Ausschließlich das Pedal wird betätigt.

Wer ist das genau dieser Mia? Sie stammt aus dem Nachbarland Frankreich und ist ein absolutes Elektroauto. Alles rundherum wie Smart und die Mini beeindruckt nicht. Sie werden als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor geschaffen und werden dann umständlich zu Elektromobilen umgepolt. Am Ende bringen sie mir ihrem Akkupaket bis zu zwei Tonnen auf die Straße. Kosten viel Geld. Mia hingegen soll die preisliche Untergrenze der Elektromobilität markieren. Sie ist von Anfang an auf Leichtbau und Unkompliziertheit getrimmt – so wie es eben sein soll.

Die Mia-Grundausstattung gibt es für 19.500 Euro inklusive Akkupaket. Die Mia wird als Joint Venture hergestellt. Der Energiedienstleister Conenergy hält 25,1%, die restlichen Anteile gehören dem Pharmaunternehmen Edwin Kohl im Saarland ansässig. Zusammen haben sie die Sparte Elektroauto des französischen Fahrzeugherstellers Heuliez in der Insolvenz übernommen und die Mia in die Taufe gehoben. Die Franzosen hatten bereits im Jahre 2008 mit der Entstehung von Mia begonnen.

Mia gibt's in einer Langvariante (3,19 Meter) und in einer kurzen Version (2,87 Meter). Wenigstens 500 Mia-Fans bestellen bereits verbindlich. Es kaufen Energieversorger, Industrieparks auch Pflegeservice. Auch Privatkunden haben Gefallen gefunden an diesem Elektroauto Mia. Sie werden allerdings erst ab dem Jahr 2012 bedient. Die Produktion in Serie beginnt im Juni 2011.

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