Mitsubishi Elektroauto - Erste Testfahrt im Mitsubishi Elektroauto i-MiEV
Mitsubishi Elektroauto - den Elektroautos sind im Trend: Nachdem der Smart und der Mini bereits Testflotten betreiben, baut Mitsubishi mit dem i-MiEV den ersten elektrisch angetriebenen Kleinwagen in Großserie. In Japan ist das Elektroauto Mitsubishi i-MiEV bereits auf der Straße, nach Europa soll der 3,40 Meter lange Kleinstwagen 2010 kommen. Erste Testfahrer konnte das Auto schon jetzt testen.
Hineingesetzt doch leider auf der falschen Seite. Noch ist der Mitsubishi Elektroauto i-MiEV als Rechtslenker unterwegs. Also noch mal von vorne. Umgesetzt, Knauf rechts unter dem Lenkrad gedreht und? Großes Erstaunen. Kein Brummen, kein Leerlaufgeräusch, das darauf hindeuten würde, dass der Motor im Heck des Fahrzeugs angelaufen ist. Vorsichtig den Schaltknauf in der Mittelkonsole auf „D“ gestellt, Fuß von der Bremse und ganz langsam vom Gelände der Solon Mobility GmbH im Bezirk Treptow-Köpenick gerollt.
Bei dem Berliner Photovoltaik-Unternehmen stellte Mitsubishi Elektroauto den i-MiEV vor. Dabei achteten die Verantwortlichen penibel genau auf die richtige Aussprache. Nicht an „Mief“ soll das Fahrzeug, das es in Japan bereits zu kaufen gibt, heißen. Vielmehr hofft man auf die Durchsetzung eines französisch ausgeschprochenen „Miii-eev“. Doch damit wird man im Volksmund schnell scheitern.
Da wird es auch wenig helfen, wenn Peugeot und Citroën das baugleiche Fahrzeug in Europa auf den Markt bringen wird. Peugeot hat sich schon im Vorfeld gegen den Namen der Japaner entschieden: „iOn“, wird der kleine Franzose heißen.
Zurück vom Namenswechsel zur Probefahrt. Neuer Versuch mit dem Schalter an der rechten Seite. Noch ist hier ein Vorserienfahrzeug unterwegs, das bestimmt noch einige Umbauten mitmachen wird, bis es Ende 2010 auf den deutschen Markt kommen wird. Wenigstens die Armaturen wechseln die Seite. Auch beim Fußgängerschutz, wie er für Europa gilt, muss noch mal direkt an die Struktur des Fahrzeugs heran.
Doch Fußgänger waren bei der ersten Testfahrt im Gewerbegebiet nur kaum gesehen. Kaum hatte der viersitzige, nur 3,40 m lange Kleinstwagen das Solongelände verlassen, durfte beschleunigt werden. Aufsehen erregend geht dieser Effekt dabei aber nicht vonstatten. Der i-MiEV nimmt zwar zügig Geschwindigkeit auf, dabei qualmen aber weder die Räder noch zieht es einem die Arme lang. Dennoch soll er mit dem 64-PS-Elektromotor seinem in Japan käuflichen Bruder „i“ mit 660 Kubikzentimeter und gleich starkem Benzinaggregat 1,5 Sekunden beim Sprint von 0 auf 80 km/h abnehmen.
Das Fahrgefühl und die Anzug ähneln dabei im i-MiEV eher einem Autoskooter auf dem Rummel als dem gewohnten Vortrieb mit Hilfe eines Verbrennungsmotor: mehr am Gummiband gezerrt als von Explosionen getrieben. Entsprechend relativiert sich das maximale Drehmoment von 180 Nm, das dem Elektro-Motor, der im Gegensatz zu Benziner oder Diesel nicht erst auf Drehzahl kommen muss, zur Verfügung steht.
Um keinen falschen Anschein zu erwecken: Flink wie ein Wiesel ist er, der Mitsubishi i-MiEV. Das Leergewicht von 1.100 kg ist für den Heckantrieb zu keiner Zeit eine fühlbare Last. Die Breite von 1,48 m verführen zum Durchwieseln der aller kleinsten Verkehrslücken. Nur die Ermahnung unseres Beifahrers setzt der Lust ein Ende.
Niemand möchte ein Vorserienfahrzeug verstümmeln, auch wenn Mitsubishi das schon bei etlichen Crashtests selbst gemacht hat. Fazit: die knapp 200 kg schwere Lithium-Ionen-Batterie liegt im Unterboden in der Mitte des i-MiEV quasi völlig sicher. So sicher, dass selbst die Watfähigkeit - das Durchfahren kniehohen Wassers unproblematisch ist. Eine Eigenschaft, die bei 330 Volt Fahrspannung bestimmt keine Nebensächlichkeit bedeutet. Damit weder Wasser noch Tüftler einen Kurzschluss erzeugen, ist zudem der Zugang zum Motor unter der Kofferraum-Abdeckung mit Hilfe von Abrissschrauben gesichert.
Der Lithium-Ionen-Akku, den Mitsubishi mit GS Yuasa produziert, besteht aus 22 Modulen mit je vier Zellen und wurde nur für den Einsatz in Autos entwickelt. Damit setzen sich die Japaner vom Konkurrenten wie Tesla aus den USA ab. Die Batterie kann zu Hause (220 Volt, 15 Ampere) in 7 Stunden geladen werden. Mit einer Schnellladung an Stromzapfsäulen (220 Volt, 50 Ampere, gibt es in Deutschland noch nicht) sind in 30 Minuten bereits 80 % drin.
Bis zu Tempo 130 km/h ist der Mitsubishi i MiEV schnell. Doch die angegebene Reichweite von 144 km würde er unter diesen Umständen nicht erreichen können. Dieser Messung liegt der EU-Modus zugrunde, dem eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,2 km/h entspricht. Damit kann der i MiEV in erster Linie als Stadtauto empfohlen werden.
Bleibt jetzt noch die Preisfrage. Und die ist für Deutschland letzlich noch nicht geklärt. Jüngst geisterte eine Falschmeldung durch die Presse, wo von 15.000 Euro geschrieben wurde. Hintergrund war ein Interview mit dem Mitsubishi-Chef Osamu Masuko, der erklärt hatte, dass der Preis von 19.000 € auf 15.000 € sinken soll.
In die rund 19.000 €, die das Auto in Japan kostet, sind jedoch etliche Subvebtionen des Staates eingerechnet. Ohne diese kostet das Auto gut umgerechnet 34.000 €. Selbst wenn Mitsubishi hofft, das Fahrzeug mittels Massenproduktion bis zu 4.000 € preiswerter machen zu können, bedeutet das noch immer eine Summe jenseits der 30.000 €-Marke für Deutschland.
vom Mitsubishi Elektroauto zum serienreifen Elektroauto
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