Opel Elektroauto Ampera: Hoffnungsträger unter Spannung
Trotz der aussichtslosen Lage - Opel Elektroauto hält an der Öko-Perle Ampera fest. Tatsächlich ist der Hoffnungsträger ein umgestylter Chevrolet Volt. Über die grüne Zukunft urteilt am Ende also doch Amerika.
In nicht einmal eineinhalb Jahren wollte GM seinen Chevrolet Volt auf die Straße bringen, 2011 ist Opel mit dem technisch baugleichen Ampera an der Reihe.
Das Elektroauto liegt dort wie ein Patient auf der Intensivstation. Angeschlossen an Kabeln und Schläuchen. Pumpen surren, ein Computer-Bildschirm liefert ein Bild ihres Gesundheitszustands. Im GM-Forschungszentrum in Mainz-Kastel, wo das Rückgrat, die Elektroauto-Batterie des Chevrolet Volt und Opel Ampera unermüdlichen Belastungstest unterzogen wird.
Rund um die Uhr muss der Lithium-Ionen-Akku gequält werden. Tag für Tag, acht Stunden Entladen, acht Stunden Wechselspiel, acht Stunden wieder Aufladen, dazu Hitze, Kälte, Vibrationen, Feuchtigkeit, usw...
Zehn Jahre Garantie gibt es auf den Akku
Ein Zeitraffertest, denn später soll die Batterie mindestens zehn Jahre oder 240.000 Kilometer halten. Zudem drängt die Zeit. In Kürze will GM seinen Chevrolet Volt auf die Straße bringen, 2011 ist Opel mit dem technisch baugleichen Ampera dran.
Der Volt und der Ampera sind keine Show Cars. Opel und GM meinen es ernst und arbeiten mit Hochdruck an der Serieneinführung. Fragt sich nur, ob nicht schon vorher jemand den Stecker zieht. General Motors befindet sich derzeit in sogenannter „geordneter Insolvenz“, muss sich mit staatlichen Geldern aus Washington retten. Mitarbeiter werden entlassen, Werke geschlossen, Marken wie Saturn und Pontiac werden sterben.
Die Zukunft ist ungewiss
Nicht wenige Fachleute geben daher auch dem Chevrolet Volt geringe Chancen zum Überleben, weil dessen Entwicklung Milliarden Dollar verschlingt und niemand die Zukunft der Elektroautos wirklich konkret vorhersagen kann. Und selbst wenn jährlich einige Zehntausend Volt und Ampera verkauft werden würden, der „Return of investment“, also die ersten Gewinne werden nicht vor 2020 fließen.
Positiver sieht es Prof. Dr. Ferdinand Dudenhöffer. Der Experte von der Universität Essen-Duisburg ist fest davon überzeugt, dass GM den Volt zur Serienreife bringen wird. Die Unternehmen wären dumm, solch ein zukunftsfähiges Fahrzeug aufs Spiel zu setzen. Zudem passt der Volt perfekt in die Welt des US-Präsidenten Obama. Der dürfte dann auch der ausschlaggebende Geburtshelfer für den Volt werden. Der Einstieg der US-Regierung ist mit weitreichende Bedingungen verbunden, davon wird der Volt/Ampera profitieren.
Zwei Motoren - dennoch kein Hybrid
Gut 60 Kilometer sollen der Volt und der Ampera rein elektrisch kommen - anders als ein Hybrid wie der Toyota Prius. Den 80 % aller Autofahrer legen täglich weniger als 50 Kilometer zurück, die ideale Strecke für ein Elektroauto. Doch tief im Bewusstsein steckt die Angst, irgendwo liegen zu bleiben. Daher statteten die GM-Techniker die Antriebsplattform für den Volt und Ampera zusätzlich mit einem kleinen 1,4-Liter-Vierzylinder-Benziner aus. Er verlängert die Reichweite auf etwa 500 Kilometer. Trotzdem ist der Volt/Ampera kein Hybrid, weil der Benziner lediglich als Stromgenerator benutzt wird und mit dem Antrieb nicht verbunden ist. Das Range-Extender-Konzept macht den Ampera absolut alltagstauglich und so zum Erstauto für jeden Haushalt.
vom Opel Elektroauto zum serienreifen Elektroauto
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