Tesla Model S - Teslas erste Elektrolimousine
US-Elektroauto-Bauer Tesla stellt Elektroauto für die ganze Familie vor
Mit dem Tesla Model S will der US-Elektroautohersteller Tesla nach seinem Roadster eine Limousine bauen. Wie das Unternehmen in Hawthorne in Kalifornien bereits im Frühjahr mitteilte, soll der coupéartige Viertürer 2011/2012 in Serie gehen. Den Preis veranschlagen die Amerikaner auf weniger als 60.000 US $ (umgerechnet etwa 44.000 €). Ob das Tesla Model S genannte Elektroauto-Modell wie auch der Tesla Roadster auch nach Deutschland kommt, ist aber noch unklar.
Angetrieben von Elektromotoren soll der Tesla Model S in weniger als sechs Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 160 km/h erreichen können. Durch Steuerersparnis werde das Fahrzeug in den USA möglicherweise sogar für knapp 50.000 US $ zu haben sein.
Gespeist wird der Elektro-Antrieb von durch Flüssigkeit gekühlten Lithium-Ionen-Akkus, die im Boden des Autos montiert sind. Da sich die Akkus und der Antriebsstrang am Boden des Autos befinden kann man auch eine ganze Menge Gepäck mit auf eine Reise nehmen, der Tesla hat es gleich zwei Kofferräume, einen vorn und einen hinten. Eine Reichweite von 160 bis 300 Meilen (rund 260 bis 480 Kilometer) kann je nach Modellvariante und Fahrzeugpreis erreicht werden.
Durch eines neuartiges Ladesystems wird der Tesla Model S zum Aufladen an einer normalen Haushaltssteckdose in nur noch 45 Minuten benötigen. Tesla Model S bietet zudem die Möglichkeit, die Batterie einfach und in wenigen Minuten auszubauen, so dass das Auto auch mit dem vom Elektroauto-Provider Better Place geplanten System kompatibel ist. Das Unternehmen Better Place will ab 2010 eine Infrastruktur für Elektroautos mit Lade- und Akkutauschstationen im US-Bundesstaat Kalifornien, in dem auch Tesla beheimatet ist, aufbauen. Ähnlich einer Großraumlimousine soll er eine versteckte dritte Sitzreihe bieten und mehr Stauraum als ein Kombi haben.
Zur Ausstattung gehört ein Rechner mit UMTS-Zugang und ein 17-Zoll-Touchscreen. Der dient als Bordcomputer zum einen, über den der Fahrer unterwegs die Strecke bei Google Maps nachschlagen oder über sein Smartphone den Ladestand des Akkus abfragen kann, zum anderen als Infotainmentsystem, über das die Passagiere beispielsweise unterwegs im Tesla Model S Webradio hören können.
Zum Hintergrund: Die internationale Automobilindustrie richtet sich immer deutlicher auf den Zukunftsmarkt Elektroantrieb aus und bereitet sich auf den allmählichen Zurückziehen vom Verbrennungsmotor vor. Lithium-Ionen-Batterien gelten als Schlüsseltechnologie beim Bau von Hybrid- oder Elektroautos. Auch bei einem längeren Konjunkturabschwung und einem damit einhergehenden niedrigen Ölpreis werden nach der aktuellen AT Kearney-Studie im Jahr 2020 auf Europas Straßen bereits drei Millionen Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge fahren. Es gibt aber auch Skeptiker wie der Bosch-Kraftfahrzeug-Chef Bernd Bohr. Er warnte kürzlich allerdings vor übertriebenen Erwartungen. Der Marktanteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen werde noch viele Jahre überschaubar bleiben, sagte Bohr.
Bereits Anfang des Jahres hatte Tesla Motors eine Zusammenarbeit mit der Daimler AG bei der Entwicklung einer Elektro-Version des seit 10 Jahren auf dem Markt befindlichen Kleinstwagens Smart bekannt gegeben.
Tesla hatte zudem erst Anfang Januar 2009 mitgeteilt, dass dem Roadster eine noch sportlichere Version zu Seite gestellt wird. Der Roadster Sport genannte Zweisitzer soll ein höherentwickeltes Fahrwerk bekommen mit veränderten Radaufhängungen sowie verstellbaren Dämpfern und Stabilisatoren noch schneller als die Basisversion beschleunigen.
Für den amerikanischen Standard-Sprint von 0 auf 60 Meilen (entsprechen 96 km/h) wurde für den Roadster Sport ein Wert von 3,7 statt 3,9 Sekunden angegeben. In Europa soll der Tesla Roadster Sport 112 .000 € plus Mehrwertsteuer kosten. Die Auslieferung begann nach Tesla Motors zufolge im Juni 2009. Für den normalen Tesla Roadster lagen Mitte Januar bereits rund 1.100 Bestellungen vor. Über 150 Autos sollen schon an Kunden ausgeliefert worden sein.
Pro Jahr wolle Tesla rund 20.000 Fahrzeuge der neuen sportlichen Tesla Model S Limousine produzieren. Würden diese Anzahl allein in den USA aufgeladen werden, werde dies das US-Stromnetz kaum mehr belasten. Der Wagen könne unterwegs oder zu Hause aufgeladen werden und sei für ein breites Spannungsspektrum ausgelegt.
Die eingebaute Ladevorrichtung gibt dem Fahrer keine Veranlassung sich Gedanken darüber machen müsse, wie weit er von zuhause wegfahre. Das Tesla Model S werde das Auto der Wahl für umweltbewusste Fahrer in den USA und Europa werden.
Elektroautos sind aber nicht nur sauber und sparsam, sondern sie verkaufen sich auch besonders gut - wenn der Spaßfaktor in Spiel gebracht wird. Mit diesem Argument lassen sich die Mehrkosten für die neue Antriebstechnik besser verkaufen als mit dem Versprechen eines reinen Gewissens. Kein anderes Auto macht diesen Anspruch so deutlich wie dieser Tesla, der bei den Schönen und den Reichen in Kalifornien bereits so angesehen ist wie ein Lamborghini Gallardo oder der getunter Mercedes SL 65 AMG
Es sind nicht die Öko-Spinner, die dieses Autos kaufen. Zur Käuferschaft gehören vielmehr Menschen, die erkannt haben, dass es so nicht weitergehen könne. Nur hat ihnen eine entsprechende Alternative gefehlt. Bislang haben die verfügbaren Elektro-Kleinwagen kaum mehr Fahrspaß geboten als Golfwägelchen. Der vom Lotus Elise adaptierte Elektro-Roadster kann es dagegen mit einem Porsche aufnehmen: Der 300 PS starker Elektromotor beschleunigt den 1,2 t schweren Wagen in 3,9 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitze von 210 km/h. Die Reichweite der mehr als 7 000 Lithium-Ionen-Akkus liegt bei etwa 350 bis 400 Kilometern je nach Fahrweise.
Mit diesen Fahrleistungen, strategischen Marketing, einer limitierten Lieferpolitik und prominenten Erstkunden haben es die Amerikaner schon sehr weit gebracht: Der Tesla ist absolut hip, ein Statussymbol Kultobjekt – ein must have, ähnlich wie das iPhone auf Rädern. Nur eben etwas teurer. Die Amerikaner verlangen immerhin in Deutschland für den Tesla rund 120.000 €. Einen Boxster von Porsche gibt es schon für weniger als die Hälfte.
Serienmäßig produzierte reine Elektroautos haben aber bisher nur einzelne Autobauer im Verkauf. Darunter befindet sich aber das kleine US-Unternehmen Tesla Motors bereits seit 2003. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200 Stundenkilometern ist die Leistung des Tesla Roadster auch nach konventionellen Maßstäben beachtlich.
Entwicklungsbedarf bei Elektrofahrzeuge gibt es immernoch vor allem bei den Batterien. Die eingesetzten Modelle sind meist zu groß, zu teuer und zu noch schwach. Ihre Lebensdauer ist oft relativ kurz und auch in Sachen Sicherheit gibt es noch viele offene Fragen. Dazu kommt, dass es an Stromtankstellen fehlt. Bis die Reichweiten rein batterieangetriebener Wagen größer sind, setzen viele Hersteller auf hybridangetriebene Fahrzeuge, die Kombination zwischen einem Verbrennungsmotor (Benzin oder Diesel) mit einem Elektromotor. Auch dieses Prinzip ist in der Herstellung aufwendiger und teuerer als Verbrennungsmotoren.
Den Elektrofahrzeugen gehört die Zukunft, da sind sich auch die deutsche Bundesregierung und die meisten Autohersteller einig. Angesichts hoher Spritpreise, schrumpfender Ölvorräte und zunehmender Umweltverschmutzung arbeiten Experten seit Jahren an vergleichbaren Alternativen zum Verbrennungsmotor. Die beste Chancen, die meisten Vorteile sehen viele in Autos mit Elektromotoren. Die verbrauchte Energie stammt dabei aus Batterien, die an einer Steckdose wieder aufgeladen werden können. Bis Elektroautos Alltag auf deutschen Straßen werden, kann es allerdings noch eine Zeit dauern. Bislang gibt es kein deutsches Serien-Modell.
Inzwischen gibt es in Deutschland bereits mit dem Mercedes-Veredler Brabus auch einen ersten Tuner, der sich um den Tesla kümmert, arbeitet man in den USA schon an einer weiteren typischen Elektroauto-Baustelle: Die Stromer sind schnell und eigentlich zu leise. Damit gefährden potenziell andere Verkehrsteilnehmer, die Tesla und Co. schlichtweg überhören.
Immer wieder springen querende Passanten überrascht zurück auf den Bürgersteig, Radfahrer fallen vor Schreck fast vom Sattel. Solche Szenen kann man überall beobachten, wo die ersten Elektrofahrzeuge durch die Innenstädte fahren: Denn Autos die mit Strom fahren, sind nicht nur sauber unterwegs - sondern fahren auch flüsterleise. Wo man konventionelle Autos am Motorengeräusch schon von weitem kommen hört, schleichen sich Fahrzeuge im Elektromodus auf leisen Sohlen an. Das sorgt zwar in der Vorstellung der Entwickler für eine harmonische Ruhe in den Innenstädten. Doch Verkehrsteilnehmer müssen sich daran gewöhnen und die ersten Hersteller sinnen schon auf technische Hilfestellungen.
Es ist auch die Stille, die neben dem sofort einsetzenden Drehmoment einen Großteil der Begeisterung und Faszination elektrischen Fahrens ausmacht. Herkömmliche Autos konnten auch sehbehinderte Menschen wahrnehmen. Beim Überqueren der Straße, fürchten sie um ihre Sicherheit, wenn man den Wagen nicht mehr hört. Und die ersten Zulieferer kommen der Aufforderung bereits nach: sie arbeiten am Soundtuning für Elektro- und Hybridfahrzeuge.
Die Briten platzieren einen wasserdichten Lautsprecher hinter dem Kühlergrill und spielen, abhängig von der Geschwindigkeit das Geräusch eines konventionellen Motors ab, wenn das Auto im Elektrobetrieb durch die Straßen rollt. Dabei wird der synthetischen Motorensound laut Lotus nur von vorne gehört. Fußgänger können so gewarnt werden die Anwohner sind aber weniger belästigt und auch der Fahrer hört davon kaum etwas. Man könne den Sound auch in den Innenraum übertragen und ans Gaspedal koppeln. Dann klingt selbst ein elektrisch angetriebener Kleinwagen für den Fahrer wie eine V8-Limousine oder ein Turbo-Sportler. An einer entsprechenden Technik arbeitet der Zulieferer Eberspächer aus Esslingen beim Activesilence-System.
Und auch bei den Tuning-Unternehmen ist dieses Thema angekommen: Bei Brabus aus Bottrop wird für den Zweisitzer einen sogenannten Space Sound Generator entwickeln. Damit kann man verschiedene Motorgeräuschsimulationen dazuschalten. Auf Wunsch orgelt der lautlose Stromflitzer dann wie ein Formel-1-Bolide oder ein V8-Sportwagen.
Mit dem Tesla Roadster und dem Tesla Model S kann die E-Revolution eingeläutet werden.
vom Tesla Model S zum Tesla Roadster
vom Tesla Model S zum Elektroauto
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